Christa Schechtl's
"Der Schrei" 3

Eine Katastrophe für die verletzten,schwer kranken Hunde, die wir mit unserem Fahrzeug nun über die beschwerlichen, humpeligen Straßen zu Tierärzten in die Stadt transportieren mussten. Dann wurde uns das Wasser gesperrt. "Wieso muss man in einem Tierheim waschen?" Dann durfte Margarita, meine Stellvertreterin in Bulgarien, und auch ich nur noch zu bestimmten Zeiten in das Tierheim. Warum? Wir vermuten, dass wir der Gemeinde zu kritisch, unsere Forderungen nach Hygiene zu unbequem wurden. Sie hatten ja Recht. Im Grunde hatte ich auf dem Grundstück, das zur Gemeinde gehört, nichts zu melden. Andererseits wollten sie sich mit dem einzigen Tierheim in dieser Region gerne schmücken.

Brutale Fragen bei der Pressekonferenz

Ich ließ mich nicht beirren, gab eine Pressekonferenz. Die Fragen der bulgarischen Journalisten, überwiegend dem Bürgermeister wohl gesonnen, waren aggressiv und gipfelten in der Frage: "Wie viel bekommen Sie für einen Hund, den Sie von hier nach Deutschland in ein Versuchslabor bringen?" Sie unterstellten mir also einen brutalen Tierversuchshandel. Erst, nachdem ich Belege vorwies, wie viel, zum Teil privates Geld, ich bereits in dieses Tierheim investierte, änderte sich die Atmosphäre. Doch dann platzte doch noch eine Bombe. Vize-Bürgermeister Venelin Todorov verkündete, dass mit sofortiger Wirkung weder Margarita noch ich das Tierheim betreten, weder Tiere herausholen, noch vermitteln dürfen. Quasi ein Todesurteil für die dort lebenden Hunde. Wir hätten weder Futter liefern, noch die Tiere medizinisch versorgen und betreuen können. Viele Tiere - auch Welpen - brauchten täglich ihre Medikamente. Es war ein Anschlag auf meine Seele. Ich wehrte mich, bat einflussreiche Menschen um Hilfe. EU-Kommissar Günter Verheugen, damals für die Osterweiterung zuständig, Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der Fernsehsender RTL mit Daniele Thoma und mein Kollege Dr. Frank Schwebke von der BUNTEN, protestierten anhaltend.

Für Tierärztin Tatjana aus Moldawien habe ich eine Fortbildung bei ihrem Kollegen Dr. Nicolai Mitevin Burgas möglich gemacht.

Pressekonferenz im Rathaus von Burgas mit hochexplosiver Atmosphäre. Links neben mir Vize-Bürgermeister Venelin Todorov

Zezo, unser Fahrer und guter Geist der Mission PHÖNIX hilft beim Füttern der Welpen.

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