Naydas neues Zuhause: Gabriele Kneißl, ihre Familie und Mischlingshund Finny schenkten der leidgeprüften Nayda eine wunderbare, neue Welt.

 

NAYDA –
EINE BITTE
AUF
DREI BEINEN

In Chisinau gibt es kaum Straßenbeleuchtung. Die Einwohner wissen das und gehen deshalb spät abends kaum ohne Taschenlampe aus dem Haus. Es war in meiner Anfangszeit in diesem Land, mitten im Kampf gegen das Todeslager, als ich nachts von einem Treffen mit Tierschützern auf dem Weg in meine Wohnung war. Es war sehr dunkel, doch an einer Straßenecke konnte ich die Umrisse von einem Hund erkennen. Als ich näher kam, sah ich ein blutjunges Hundemädchen, ein Bündel Haut und Knochen. Das linke, hintere Pfötchen baumelte in der Luft. Sie war so zart und erschöpft, dass sie sich behutsam auf den Arm nehmen und zu mir in mein Domizil tragen ließ. Ich plünderte den Kühlschrank. Alles verschlang sie mit Heißhunger. Die nächsten Tage wurde sie gut gefüttert, aber dann begann für das etwa 7 Monate alte Tier eine wahre Odyssee.
Ich nannte sie Nayda. Und dieser Name zog sich fortan wie ein roter Faden durch all meine Aktivitäten in diesem Land, wurde zum Synonym für gute Energien. So heißt meine jetzige, gemietete Wohnung auch Nayda-Wohnung.

Das OP-Team (v. li.): Anna mit Dr. Günther Hoffmann und Dr. Peter Saur aus Garmisch-Partenkirchen.

Der Schrei - Ausgabe 3 von Christa Schechtl
  Der Schrei - Ausgabe 3 von Christa Schechtl
 

Nayda konnte ich nicht sofort mit nach Deutschland mitnehmen. Mein Transportlimit war durch die Todeskandidaten aus dem Lager bereits erschöpft. So gab ich Nayda zur Pflege. Es tat schrecklich weh, wusste ich doch, dass die zarte Nayda eigentlich sofort in richtige Behandlung sollte. Ein paar Wochen später holte ich sie ab und nun kam sie zu Tierarzt Dr. Saur in fachmännische Behandlung. Nayda hatte eine so komplizierte, kaputte Pfote, dass Dr. Saur eine spezielle Schiene aus der Schweiz kommen ließ. Sie musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen, die sie aber tapfer und geduldig ertrug. Dann nahm ich sie zu mir nach Hause und überschüttete sie mit Liebe und leckeren Mahlzeiten. Sie nahm zu, das Fell wurde seidenweich und glänzend und sie wurde immer zutraulicher. Jetzt wäre der Zeitpunkt für ein endgültiges Traum-Zuhause gekommen.

Nayda erholt sich von ihrer OP bei mir zu Hause.

Der Schrei - Ausgabe 3 von Christa Schechtl
 

Wir haben es gefunden! Ihre Heimat, ihr Glück hat Nayda bei Familie Gabriela Kneißl in der Nähe von München bekommen. In einem süßen Haus mit kleinem Garten und dem betagten 13 Jahre alten Mischlingsmädchen Finny. Nayda und Finny – ein Traumpaar. Finny erblühte zu neuer Lebenslust, wurde zwar kein Teenie mehr, aber bewegte sich und spielte wieder. Sie hatte eine Gefährtin, die sie aufmöbelte und aktivierte. Das Leben hat Schicksal gespielt und Nayda just in der Minute an der Ecke auf mich warten lassen, um das Glück ihres Lebens zu finden.
Dr. Peter Saur hat ein kleines Wunder vollbracht. Nayda läuft heute mit vier wieselflinken Pfoten wie ein Wirbelwind durch die Welt. Glücklich und unbeschwert, als sei sie nie dem Tod in Moldawien nahe gewesen.

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