Christa Schechtl's
"Der Schrei" 3

So übel wurde der liebenswerte Hund Kont von Tierheimhelfer Murat zugerichtet. Erschlug mit einem Spaten auf das wehrlose Tier ein. Obwohl Murat von mir bezahlt wurde, durfte ich ihn nicht entlassen. Er war "städtischer Angestellter", weil das Tierheim zur Gemeinde gehört.

Für mich ein Segen in diesem tierfeindlichen Land. Ich hatte niemand außer ihm. Seine beinamputierte deutsche Lebensgefährtin Heike kümmerte sich um viele heimatlose Katzen. Ich ließ nach Wasser bohren, baute einen OP-Raum, eine Futterküche, zahlte Löhne, Futter und medizinische Versorgung. Nach zwei Jahren stand dort ein blühendes, sauberes, hygienisches Tierheim. Und dann begann die schreckliche, verheerende Veränderung von Ibrahim Tepecik. Sein kriminelles Vorleben - er saß wegen Mordes jahrelang in Deutschland im Gefängnis - war mir zwar bekannt, aber es gab bis dato weder eine Alternative zu ihm, noch irgendwelche Beanstandungen. Doch das änderte sich dramatisch. Ibrahim hatte plötzlich Geld in den Händen. Geld, das ich ihm für Unterhalt, Bauten, neue Investitionen überwies. Es waren meine privaten Gelder, denn Spenden kamen für Foca kaum noch.

Er wusste, wie bitter ich die Euros zusammenbetteln musste.

Eine andere Form der Tierquälerei: Dieses Babykätzchen hatte hochgradig entzündete Augen. Ich durfte es nicht erlösen, weil die Mitarbeiter, die zeitweise im Tierheim arbeiteten, "kein Tier töten wollen".

Ibrahim - ein Fall für sich

Aber Ibrahim wollte immer mehr Geld. Erpresste mich, sonst "schmeiße ich hin, lasse die Tiere verrecken, ohne Futter etc". Erst, als ich bei einem Besuch bemerkte, dass das überwiesene Geld nicht für die besprochene Quarantänestation und das Winterdach verwendet wurden und erst, als er drohte: "Ich werde dich mit Säure überschütten, damit man dich nicht findet", erst dann ging ich zum Rechtsanwalt und stellte Strafanzeige wegen Unterschlagung, Nötigung und Morddrohung. Ich hatte panische Angst, dass er nicht nur den Tieren etwas antut, sondern auch, dass die Hunde und mittlerweile auch viele Katzen, ohne Versorgung bleiben würden. Ich hatte mir Ibrahims grenzenlosen Hass zugezogen, als ich unvermutet das Tierheim besuchte und seine Unregelmäßigkeiten entdeckte und sofort den Geldhahn zudrehte.

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